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Übungen, Geist - Übungen, Übungen (Energie)

Pranayama – Atemschule Schritt für Schritt

Inhalt

    Bevor du mit den Atemübungen einsteigst, solltest du den Artikel „Pranayama – Anatomie des Atmens“ lesen, das wird deine Praxis ganz sicher bereichern und eine gute Grundlage vermitteln. Empfehlenswert ist auch der Artikel „Das Konzept von Energie im Yoga„.

    Wir haben uns entschlossen, die Atemübungen nicht in einzelnen Posts vorzustellen um zu vermeiden, dass du zufällig fortgeschrittene Übungen findest und mit diesen beginnst. Gerade in diesem Bereich ist ein sorgfältiges, sensibles und aufbauendes Üben wichtig aus zwei Gründen:

    1. Damit du dich nicht überforderst und evtl. wichtige Aspekte bei den Übungen übersiehst. Atemübungen sind ein direkter Eingriff in dein energetisches und emotionales System – da ist Behutsamkeit (und am besten die Anleitung durch einen erfahrenen Yogalehrer) angeraten.
    2. Damit deine Wahrnehmung des Atems grundlegend verfeinert wird – so wirst du den größten Nutzen bei den Übungen haben. So wie ein Gourmet ein Gericht fein zu erschmecken gelernt hat oder der Sommelier die feinsten Nuancen im Wein entdeckt, wollen wir den Atem genießen lernen.

    Und nun zu den Übungen:

    1. Atemübungen vorbereiten

    Im Artikel „Pranayama – Anatomie des Atmens“ haben wir eine gute Körperhaltung als wichtige Voraussetzung für die Atemübungen beschrieben – der Bauch soll frei beweglich, die Muskulatur sollte möglichst wenig genutzt sein – Atmen in der Liegestütz oder in der Plank ist tatsächlich begrenzt möglich, probier es gerne mal aus.

    Also bietet sich ein bequemer Yoga-/Schneidersitz an, viele Übungen kannst du auch im Liegen probieren – hier hat die Stützmuskulatur wirklich Pause und ist frei.

    2. den Atem achtsam erkunden

    Es folgen ein paar Basics, die du Wochen- oder Monatelang praktizieren und in deine Yogapraxis und bestenfalls auch in deinen Alltag etablieren solltest. Wann du bereit bist für weitere Übungen, wirst du ganz natürlich von alleine bemerken…

    1.1 so, wie er ist…

    Liegend oder sitzend kannst du bei geschlossenen Augen deine volle Aufmerksamkeit deinem Atem schenken, deinen Lebensimpulsen. Achte darauf, dass du zunächst deinen Atem nicht bewusst führst. Anfangs ist das gar nicht so leicht, weil wir eine Vorstellung von einem „guten Atem“ haben und zugleich beginnen wollen, ihn zu steuern. Also – einfach atmen und neugierig beobachten und vielleicht auch beschreiben: flach-tief, stockend-fließend… Wie auch immer.

    • Spüre körperliche Empfindungen beim Atmen: Kühle an den Nasenöffnungen, Weite und Ausbreitung, Wärme beim Ausatmen
    • Vielleicht magst du auch einen Rhythmus feststellen: Wie lange dauert Einatmen, wie lange dauert ausatmen. Gibt es eine Atempause?

    Zugegeben, die Aufmerksamkeit wird deinen Atem rasch ordnen und verändern: Er wird feiner, Atemzüge sowie Atempausen werden länger. Du wirst dir der Länge des Atems bewusst: Aus den Impulsen „ein“ oder „aus“ wird ein längeres „ein“ und „aus“. Es stellt sich unwillkürlich eine Beruhigung ein, eine Erdung. Gut so…

    Allein diese kleine Übung, die du jederzeit im Auto, im Supermarkt… machen kannst, verändert Vieles.

    1.2 Atemrhythmus steuern

    Wenn du nicht gerade ein Athlet im Stabhochsprung bist, der vor seiner versuchten Bestleistung ordentlich atmen sollte, kannst du die erdende Qualität etwas forcieren: Einatmend zähle gemächlich bis 4, ausatmend zähle bis 6 – die „4:6 Atmung“. Etabliere diesen Rhythmus für 3-5 Minuten, du kannst das Verhältnis auch erweitern in eine „4:8 Atmung“.

    Dein Atemrhythmus verändert sich – je nach Herausforderung – automatisch. Grundsätzlich kann man folgende „Modi“ ausmachen:

    • neutral: Ausatmen und Einatmen sind gleich lang (z.B. 4:4, 8:8).
    • aktivierend: Einatmen ist länger als Ausatmen (z.B. 3:1)
    • erdend und beruhigend: Ausatmen ist länger als Einatmen

    Du kannst gerne – nicht mehr als 5 Minuten – mit diesen drei „Modi“ spielen und sie erkunden. Nimm dir nach diesen Explorationen Zeit, den Effekt zu spüren und zur normalen Atmung zurückzukehren. Evtl. solltest du nach einer aktivierenden Sequenz eine erdende nachschieben, um einen Ausgleich zu schaffen und umgekehrt.

    Diese drei Arten zu Atmen spiegeln übrigens das Konzept der 3 Gunas/Energiezustände (Satva=ausgeglichen, Raja=rastlos, tamas=träge).

    1.3 Atempausen – Atemschaukel

    Kindheitserinnerung: Die Schaukel flieht nach vorne, ein Moment der Schwerelosigkeit und die Energie schlägt um – Rückschwung: Nach hinten und wieder ein Moment der Schwerelosigkeit. In diesen Wendepunkten macht sich ein Kribbeln breit, eine Leichtigeit, ein Absprung… Kein Mensch, der nicht als Kind diese Momente ausgekostet hätte, kein Karussell, das nicht mit diesen Momenten spielt. Erinnerst du dich?

    • Im Sitzen, Augen geschlossen: Beginne die Übung mit einem kleinen Ritual, z.B. 3x OM singen.
    • Aus: Atme einmal kräftig aus, erlaube der Wirbelsäule, sich etwas dabei nach vorne zu neigen, Kinn leicht Richtung Brustbein.
    • Pause
    • Ein: Genüsslich atme ein, als würdest du ein einer duftenden Blume riechen, die Wirbelsäule richtet sich auf, der Kopf legt sich ganz leicht nach hinten, die Augen schauen in die Stirn hinein.
    • Pause: so lang wie angenehm, beobachte (die Schaukel ist nach vorne geschwungen, Moment der Schwerelosigkeit)
    • Aus: ausatmend sinkt dein Körper wieder etwas, Kopf senkt sich
    • Pause: so lang, wie angenehm, beobachte (die Schaukel ist nach hinten geschwungen, Moment der Schwerelosigkeit
    • wiederhole ca. 5 Minuten lang
    • Beende die Übung nach dem letzten Einatmen, ausatmend bleibe aufrecht sitzen und nimm ein paar feine Atemzüge ohne Schaukelbewegung. Beobachte und beende die Übung, z.B. mit 3x OM.

    2. Yoagaatmung

    Die „volle Yogaatmung“ führt dazu, dass du wirklich vollständig ein- und ausatmest mit deinem maximalen Lungenvolumen. Eine gute, energetisierende Übung vor z.B. einer fordernden Yogastunde oder einer anderen Sporteinheit/Herausforderung/Prüfung. Regelmäßig praktiziert wird sie z.B. dein Immunsystem auf Vordermann bringen (der Zusammenhang zwischen Atmung und Immunsystem ist auch bei Sängern gut erforscht).

    2.1 isolierte Bauch- und Flankenatmung (Zwerchfellatmung)

    Die isolierte Bauch- und Flankenatmung kannst du gut im liegen erkunden – hier ruht die Haltemuskulatur. Die flache Bauchatmung ist die entspannte, natürliche Atmung, bei der eigentlich nur das Zwerchfell etwas aktiv ist. Mit einer aktiven Bauchatmung kannst du (gefühlt) 60% deiner Lungenkapazität nutzen.

    • Im Liegen: Lege die Hände auf deinen Bauch, damit du die Bewegung der Bauchdecke wirklich sicher spüren und beobachten kannst. Beginne, wie immer, mit einem kurzen Ritual, z.B. 3x OM singen.
    • Aus: Atme kräftig aus, sodass sich der Bauchnabel wirklich in Richtung Wirbelsäule zieht.
    • Pause
    • Ein: Atme kräftig ein, sodass sich dein Bauch kräftig nach vorne wölbt, wie eine Kugel.
    • Pause
    • Wiederhole ca. 5 Minuten lang
    • Beende, indem du die Atmung verflachst, aber weiterhin die Bauchatmung praktizierst. Vielleicht setzt du dich jetzt mal hin und probierst diese Atmung auch im Sitzen bei zu behalten. Nutze den Ritual, z.B. 3x OM singen.

    2.2 isolierte Brustatmung

    Wenn du die Brustatmung erforschen willst, liegt es nahe, den Bauch „auszuschalten“, den du in dieser Übung eingezogen und angespannt lässt. Du wirst beobachten können, dass die Zwischenrippenmuskulatur aktiv werden muss, damit sich der Brustkorb heben kann und Raum für die sich füllenden Lungen gibt. Die tiefe Brustatmung ist sehr aktiv und verbraucht mehr Energie, als die Bauchatmung. Etwa 40% deiner Lungenkapazität erreichst du mit der reinen Brustatmung.

    • Im Sitzen: Beginne mit deinem Ritual. Lege deine Hände links und rechst (eher weiter vorne Richtung Mitte) auf die Rippenbögen.
    • Aus: Atme kräftig aus, Bauch zieht nach ihnnen, aufrechte Sitzhaltung erhalten.
    • Pause
    • Ein: Bauch bleibt leicht angespannt/eingezogen, die Rippenbögen heben sich, du kannst dich leicht nach oben/hinten lehnen
    • Pause
    • Aus: aufrechte Sitzhaltung wird erhalten, Brustkorb sinkt und sein Umfang verkleinert sich
    • Pause
    • Wiederhole ein paar mal, nicht länger als 2 Minuten.
    • Beende die Übung mit ein paar tiefen Atemzügen, beiteilige nun wieder deinen Bauch. Beende mit deinem Ritual.

    3. volle Yogaatmung (Bauch/Flanken, Brust, Schultern)

    Wenn wir nun beide Atembereiche nacheinander einschalten, erreichen wir mit etwas Übung die 100%ige Belüftung der Lunge – das Ziel der vollen Yogaatmung. Die Atemzüge kannst du für die hörbar machen mit dem Ujay-Atem. Dabei erzeugst du ein leichtes Atemgeräusch zwischen den Stimmbändern (Hauchen bei geschlossenem Mund). Das wird deine Konzentration verändern und den Fokus auf die Länge des Atems richten.

    • Im Sitzen: Beginne mit deinem Ritual.
    • Aus: Atme vollständig aus, Bauch zieht nach innen, Brustkorb klein. Wenn du magst, neigt sich der Oberkörper etwas nach vorne, Kopf senkt sich.
    • Pause
    • Ein: Beginne damit, den Bauch zu füllen (zähle: 1, 2, 3, 4), richte den Köper weiter auf und weite und fülle den Brustraum (zähle: 5, 6, 7, 8), hebe dann leicht die Schultern und beobachte, wie noch etwas mehr Luft einströmen kann (zähle: 9, 10).
    • Pause
    • Aus: Ausatmend senke die Schultern (zähle: 1, 2), senke den Brustkorb (zähle: 3, 4, 5, 6) und schließlich leere den Bauch und ziehe ihn nach innen (zähle 7, 8, 9, 10)
    • Pause
    • Wiederhole ca. 5 Minuten lang und erlaube es deinem Atemrhythmus, sich zu verändern, zähle mit. Übe nur so lange, wie es dir gut geht damit. Beende die Übung, indem du zum normalen Atem zurückkehrst. Beobachte.

    Die volle Yogaatmung kannst du auch im Stehen praktizieren und deinen ganzen Körper dran genussvoll beteiligen: Ausatmend komm in die stehende Vorbeuge, in der Pause hock dich hin. Eintamend hebe die Hände (Bauch), strecke die Beine und komme in eine leichte stehende Rückbeuge (Brust) und hebe die Schultern)…. Vergiss die wichtigen Pausen nicht, die für den Gasaustausch (Diffusion) wirklich wichtig sind.

    4. gängige Pranayamaübungen

    4.1 Ujay

    4.2 Bhramari

    4.2 Wechselatmung

    4.3 Kaplabhati

    4.4 Atmung mit Affirmationen / bildhaften Vorstellungen

    5. Atmung in der Yogapraxis

    4.1 deine Variationsmöglichkeiten

    4.2. Atmung in der Asanapraxis

    https://www.youtube.com/watch?v=TRqtWTYRdCM
    Fortbildungen | Workshops

    Yoga für mehr Energie

    Energie umgibt uns: Wind, Wasser, Sonne, Blitz und Donner. Energie ist in uns: Lebensfreude, Tanz, Kreativität, Leben, Atem, Kraft…

    Energie ist mal schleppend (blockiert), mal überschwänglich (fließend und ungerichtet) und mal ausgewogen (fließend und ausgerichtet) und du erlebst das auf körperlicher, emotionaler und intellektueller Ebene.

    In den bekannten östlichen Lehren beschäftigt man sich traditionell schon lange mit diesem Phänomen (China: Chi oder Qi, Indien: Prana) und sie zielen auch im Bereich der Heilkunst auf diese Lebensenergie. Psychische oder physische Erkrankungen werden weniger auf der Ebene des Körpers oder der Psyche betrachtet, sondern auf der Ebene der Energie.

    Dem Yoga liegt ein sehr ausgefeiltes Konzept von Energie zugrunde, mit dem wir immer auch arbeiten: Prana (Energie), Nadis (Energieleitbahnen) und Chakren (Verdichtungspunkte von Energie im Körper).

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    TEEN SPIRIT YOGA: RELAUNCH

    RELAUNCH nach den Sommerferien.
    NEUEINSTEIGER UND ALTE HASEN (Krähen, Katzen, Tiger und Schildkröten) sind HERZLICH WILLKOMMEN!
    KOSTENLOS für Kinder und Jugendliche!
    SEI DABEI!

    Beim Teen Spirit Yoga freuen sich unsere beiden Yogalehrer Silke Drüke und Lars Baumann auf das gemeinsame Üben mit Kindern (+ Eltern), Jugendlichen und Erwachsenen.

    Ihr könnt bei uns auch Yoga systematisch lernen: SEEPFERDCHEN IN YOGA, TS-GRUNDKURS, TS-ÜBUNGSHELFER/IN, TS-ÜBUNGSLEITER/IN. Auf Nachfrage vermitteln wir auch eine YOGALEHRERAUSBILDUNG. Mehr dazu auf www.theyogabridge-paderborn.de

    Seele

    Sat Chid Ananda – Vedanta Philosophie

    In der yogischen Wirklichkeit der Vedanta-Philosophie ist unsere Seele untrennbar von der „großen Seele“ und direkt mit „dem großen Ozean“, der „Liebe“, der „Energie“ oder mit „Gott“ oder mit „Brahman“ verschmolzen. Unsere Seele ist Teil der Nicht-Dualität. Diese Quelle hat auch der Theologe Nikolaus von Kues als die „Coincidentia Oppositorum“ bezeichnet, als den Zusammenfall aller Gegensätze in die eine Kausalität, aus der sich der dualistische Kosmos entwickelte.

    Damit die Seele die Welt erfahren kann, betritt sie das Reich der materiellen Welt in einem Körper. Nur über die Sinne kann sie mit dieser Welt in Kontakt sein. Diese Schöpfung ist der Bereich der Dualitäten, wie sie im chinesischen Yin&Yang beschrieben ist: männlich/weiblich, hell/dunkel, weich/hart, freudvoll/leidvoll. Hier erlebt die Seele die Manifestationen des Urklangs OM, der die Materie von den Gesteinen/Mineralien über die Pflanzen- bis in die Tierwelt erlebt. Als Mensch erlebt sie sich als eine vom Ursprung getrennte Individualität.

    Im Zustand der Erleuchtung oder der Verbindung (Yoga) wird die Seele sich ihrer Verbindung zur Kausalität, zu Gott bewusst und kehrt heim. Sie erkennt die Verbundenheit aller Seelen in diesem einen großen Ursprung. Um diesen Zustand zu erreichen, lösen wir uns von allen Identifikationen: Körper, Gefühle, Gedanken, Konzepte…

    Inspiration Seele, Inspirationen

    Spiritualität: Körper, Geist und dann?

    Kommen wir kurz zu einem wichtigen Punkt: Yoga und Spiritualität

    In deiner Asana-Praxis hast du deinen Körper gekräftigt und dessen Beweglichkeit erhöht. Dir ist aufgefallen, dass er sich angenehm anfühlt. Beschwerden wurden gelindert und ein guter körperlicher Zustand von Gesundheit hat sich eingestellt. Vor allem hast du dankbar bemerkt, dass du einen wunderbaren und unendlich komplexen Körper hast, du aber nicht dein Körper bist.

    Weiterlesen „Spiritualität: Körper, Geist und dann?“ →
    Hintergründe

    Die Wirkung von Yoga im Spiegel der westlichen Wissenschaften

    Yoga beansprucht von je her, Gutes zu bewirken auf Ebene des Körpers, auf ebene der Gefühle und auf der Ebene des Denkens (vgl. Konzept der 5 Koshas).

    Irgendwo auf Facebook kursierte eine Studie mit der Feststellung, dass Yoga nicht nur bei Beschwerden/Erkrankungen wirke, sondern auch für Gesunde von Vorteil sei. So witzig wie selbstverständlich dieses Ergebnis auch ist, um so mehr weist es auf eine erste Grundidee hin: Yoga kann bei akuten Beschwerden helfen, ist aber besonders auch präventiv zu empfehlen.

    Es gibt zahlreiche Studien, die die Wirkung von Yoga weniger begründen, aber messen. Yoga-Vidya behält auf seiner Homepage da einen ständig aktualisierten Überblick, den ich hier nicht einfach wiedergeben möchte – die tolle Arbeit spricht für sich. Vielleicht aber eine kleine Systematik:

    • Körperlich: Yoga stärkt das Knochen/Gelenksystem, das System von Muskulatur/Bänder/Faszien sowie die verschiedenen Organsysteme bis hin zum Nervensystem.
    • Emotional: Yoga stabilisiert das emotionale Erleben.
    • Kognitiv: Yoga fördert die Fähigkeit zur Konzentration.

    Insgesamt fördert Yoga das Erleben von Selbstwirksamkeit: Wir können aktiv Wesentliches für unser Wohlempfinden tun – eine wichtige Ergänzung, auch wenn dann und wann eine Operation oder eine „schnelle Pille“ nötig sein mag.

    Deine Persönlichkeit, Ethik

    Niyamas und Yamas

    Die ersten beiden Stufen des Raja Yogas beschreiben ethische Regeln im Umgang mit sich selbst und mit anderen. Diese kurze Zusammenfassung ist aus den Seiten von Yoga Vidya zusammengeschrieben, die sehr lohnenswert zu lesen sind und viele Alltagsbeispiele bereit halten.

    Es lohnt sich, diese „10 (An-)Gebote des Yoga“ immer wieder zu vergegenwärtigen im Nachdenken oder in der Meditation, damit sie in dein Handeln fließen können.

    Yamas – Umgang mit anderen

    • Ahimsa – Nichtverletzen: Ahimsa heißt nicht zu verletzen in Gedanken, Worten und Taten. Wir finden dieses Prinzip in allen Religionen: im Buddhismus, im Christentum, Judentum, Konfuzianismus und eigentlich überall.
    • Satya – Wahrheit / nicht Lügen: Satya heißt Wahrhaftigkeit. Sat heißt Wahrheit, Satya ist Verhalten, das aus der Wahrheit kommt und zurückführt zur höchsten Wahrheit. Satya heißt natürlich „nicht lügen“, nicht schwindeln. Es heißt aber auch, dass du nicht jede unangenehme Wahrheit aussprechen musst.
    • Asteya – Nicht Stehlen: Asteya bedeutet, keine materiellen oder ideelen Güter von anderen zu nehmen, sie für sich zu behalten oder im eigenen Namen weiterzugeben oder zu verkaufen.
    • Brahmacharya – Selbstbeherrschung / Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten: Brahmacharya bedeutet sich irgendwo einzuschränken, um ein glücklicheres Leben zu haben und um sich spirituell entwickeln zu können. Man verzichtet auf Gewalt als Ausnutzung von Machtposition und man verzichtet auf Bedrängen, Stalking und so weiter und man verzichtet auch auf verschiedenstes Ausnutzen von Gelegenheiten zum Wohl einer langfristigen Beziehung.
    • Aparigraha – Nichtannehmen von Geschenken / Unbestechlichkeit: Aparigraha heißt Unbestechlichkeit, Nichtansammeln und Abwesenheit von Gier. Aparigraha bedeutet hingegen nicht, so ganz persönliche Geschenke, wie sie in Indien beispielsweise gern einander jenseits von Bestechung gegeben werden, anzunehmen. Denn das ist Dana und wiederum etwas Gutes. Genauso kann man dem Partner, der Partnerin etwas schenken, seien es Blumen oder Obst oder anderes. Kinder geben ihren Eltern Dana, die Kollegen geben sich etwas und so weiter. Dies entspricht Verbindung und Liebe.

    Niyamas – Ethik im persönlichen Lebensstil

    • Saucha – Reinheit: Habe ein sattviges Leben, ein klares Leben.
    • Santosha – Zufriedenheit: Habe Zufriedenheit im Sinne davon, das Beste aus allem zu machen und aus jeglicher Opferrolle und dem Beklagen zu gehen und hinein in Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortung.
    • Tapas – Enthusiasmus, Überzeugung, Hingabe, Glut, Feuer: Nimm an und gestalte. Bring Energie hinein in das, was du tust und tue das was du tust mit Freude. Aber mache auch weiter, wenn dir die Dinge vorübergehend keinen Spaß machen. Mache auch bewusst solche Dinge, die dir nicht gefallen, um nicht abhängig zu sein von Mögen und Nicht Mögen.
    • Swadhyaya – Selbststudium (Introspektion, Selbsterkenntnis), Studium alter Schriften: Studiere dich selbst und lerne deine Stärken und Schwächen kennen – die Quellen deiner Motivation – lass dich davon nicht zu sehr beeinflussen. Lies selbst die Schriften und richte dich auf das höchste Selbst aus.
    • Ishvara Pranidhana – Hingabe an Gott: Kultiviere eine Beziehung zu Gott. Tue alles, was du tust für Gott. Bitte um Gottes Führung und vertraue darauf, dass Gott dir die Aufgaben gibt, die nötig sind, die dir Kraft geben, das zu tun, was zu tun ist und dass Gott sogar durch deine Fehler wirkt.