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Im Gleichgewicht in der Raute: Ich-Du, Wir-Transzendenz

In der vorgestellten Raute zeichnen wir von links nach rechts das Spannungsfeld von „Ich“ und „Du“. Unten markieren wir das „Wir“ (die Gesellschaft) und oben tragen wir die „Transzendenz“ (Ideale, Religion) ein.

Vielleicht sind das vier wesentliche Punkte, zwischen denen wir uns bewegen – und gerne im ausgewogenen Gleichgewicht bleiben. Und alle vier Pole sind potentielle Bereiche der Spekulation – eine Arbeit mit vier Unbekannten, leider…

Ja, „Gleichgewicht“ wird mehr und mehr ein Thema angesichts der vielen Eingaben und Einflussnahmen.

Mal leben wir sehr Ich-bezogen, mal gehen wir in den Beziehungen sehr nah an das Du heran. Manchmal sind wir sehr angeheftet an den gesellschaftlichen Themen des Wir und oft lese ich Beiträge, die sich fast ausschließlich mit den Ideen der Transzendenz (Ideale, Religion) beschäftigen. Wie würde sich ein Zustand anfühlen, der genau in der Mitte stattfindet?

Die goldene Mitte entfaltet sich in unserem Leben, wenn diese vier Kräfte im Gleichgewicht halten. Die Mitte zu halten bedeutet mentale Arbeit und – ja – Verzicht: Die Mitte bezeichnet die ebenmäßige Entfernung (!) zu ihren Bezugspunkten.

Assoziiere gerne mal zu den vier Polen … und verschiebe die eingezeichnete Mitte hier und dorthin. Was geschieht?

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Advent – einladen, was kommen will…

Advent, Advent - ein Lichtlein brennt...

Im Yogischen Kontext spricht man wenig von Advent und Weihnachten. Oft – und das ist auch gut so – werden alte Rituale beschworen und hinduistische Göttergeschichten erzählt. Vielleicht deswegen, weil die eigene (christliche) Tradition etwas verarmt und von überschattenden Themen belastet ist: Weihnachten ist Kommerz, Christus von vielen Themen der katholischen Tradition überschattet.

Die Offenheit des Hinduismus für viele Traditionen ist da für mich leitend: Es gehört zum Menschsein dazu, sich zu orientieren und einen Glauben zu haben (unbewusst oder bewusst). Es ist auch gut, wenn jede Richtung in sich „Wahrheit“ beansprucht. Hinzu kommen muss allerdings die Offenheit für die Wahrheit anderer. Spiritualität im Sinne von „Ausrichtung des Geistes“ darf offen sein. Maslow hat die „Transzendenz“ (oder Spiritualität) kurz vor seinem Tod in sein bekanntes Modell der Bedürfnispyramide eingearbeitet. Paramahansa Yogananda („Autobiographie eines Yogi“) hat sich sehr mit der „Jesusenergie“ beschäftigt und das Christliche als einen guten Weg integriert. Zugleich hat er eine Form der Inspiration erschaffen – jenseits der westlichen Kirchengeschichte.

Vielleicht sind wir kaum eingeladen worden, uns persönlich und intensiv mit der „Adventsenergie“ zu beschäftigen und eigene Erkenntnisse zu verfolgen. Vielleicht hat der institutionelle Dogmatismus genau dies verhindert. Probieren wir es mal:

  • Deine eigene Melodie: den Sternen folgen. Es beginnt damit, dass die Weisen ihren Sternen folgen, während andere nur ein Meer von bedeutungslosen Lichtern sehen. Was bedeutet es, seinem Stern zu folgen? Eigene Wünsche zu spüren? Sich leiten zu lassen? Einer Idee nachzugehen? Dem Leben eine Richtung zu geben? Die eigene Melodie zu hören. Also: Welche Richtung wünscht du? Hänge deine Ziele hoch – sie liegen nicht auf dem Boden!
  • Ins Leben bringen: das Triptychon – heiliger Geist, Geburt (Maria) und Fürsorge (Josef): Und der heilige Geist kam über Maria und sie wurde schwanger. Josef kümmerte sich… Viele hängen fest im Dogma der „Jungfrauengeburt“. Wir können tiefer gehen: Ist nicht jedes Leben und jede Gebärende ein Wunder? Überhaupt die Kontinuität der Biologie. Wir überschreiten mal gerne die Genderfrage… Josef – das männliche Bewahrende: Er erscheint so ein bisschen als Adoptivvater, der sich – etwas außen vor – um die Familie kümmert. Ist es nicht bei Vätern immer so, dass sie am Werden des Kindes und an der Geburt nicht beteiligt sind und nur hilfreich am Rand stehen können? Ja, es gibt Männer, die nach der Befruchtung aus ihrer Verantwortung ausgestiegen sind. Und es gibt Männer, die bleiben. Mal Biologie bei Seite….
  • Familie – persönliche Verbindungen: Weihnachten ist ein Fest der Familie – definiere Familie: Deine Eltern, deine Geschwister, deine Wahl- und Seelenverwandten, dein Verhältnis zu dir selbst. Vielleicht sprichst du auch von der Menschheitsfamilie. Da kommen „Ich“ und „Du“ zusammen zu einem „Wir“.
  • Jesus – als Kind im Werden: Es gehört schon viel dazu, ein Kind anzubeten – geht es darum? Das Jesuskind ist der Samen für die spätere Bedeutung. Die mittelalterliche Mystik spricht davon, dass dieser neue Mensch in jedem von uns heranwachse. Jesus steht für Gottvertrauen, für die eigene Mission, für die Selbst- und Nächstenliebe, für den Glauben an Wunder und für die Überwindung des Todes.

Es wäre doch schön, sich seine eigenen Zugänge zu Advent zu erschaffen und in den eigenen Alltag als Fixsterne zu integrieren:

  • Was leitet mich, wünsche ich…
  • Wie verhalte ich mich zum Wunder Leben?
  • Mit welchen Menschen verbinde ich mich?
  • Was bedeutet Liebe?

Advent ist eine gute Gelegenheit, seine Fixsterne neu zu betrachten. Eine Zeit, in der aus den kleinen Ideen ein Feuer entsteht, das hell durchs Leben trägt und Bedeutung verleiht. Es gehört zur Tradition, mit einem kleinen Licht zu beginnen und nicht gleich das ganze Feuer willentlich herbei zu führen. Stille. Auch im Kontext von Yoga. Was ist dein erstes Lichtlein?

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so viele (spirituelle) Konzepte: Ars vivendi

Im Laufe unseres Lebens, das sich ereignet zwischen Werden und Vergehen, erleben wir unglaublich Vieles. Und irgendwann stellt sich die Frage: Warum eigentlich? Wieso bin ich hier? Wieso bin ich mal glücklich und mal unglücklich? Wieso hat das Leben ein Anfang und ein Ende? Was ist das Ziel des Lebens? Gibt es einen roten Faden im Leben? Hat das Christentum Recht, oder der Buddhismus oder der Daoismus oder die Sterne oder…? Wer sind wir Menschen, wenn uns künstliche Intelligenzen mit ihrer Intelligenz konfrontieren? So viele Fragen, so viele Antworten…

Lothar Zinetti hatte sich die Frage in einem Gedicht gestellt: „Worauf sollen wir hören?“ und er hat für sich eine Antwort gefunden: „Die Liebe zählt“.

Es kommt für uns Menschen diese existentielle Frage immer lauter ins Bewusstsein und irgendwann bemerken wir, dass wir diese Fragen nicht mit äußeren Projekten übertönen oder beantworten können: Nach dem Bau deines eigenen Hauses (etc.) weißt du, dass das Projekt nicht dein Lebensinhalt war. Ganz viele Projekte können wir hier einsetzen…

Wir merken vielleicht auch, dass ein wechselhaftes Festhalten an religiösen oder spirituellen Konzepten uns oft weiterbringt, aber evtl. nicht erfüllt. Es geht ganz sicher um den eigenen Weg mit diesen Fragen und um die eigenen Antworten. Nach A. Mitscherlich ist die „Sinnstiftung im Leben“ eine „eigene Aufgabe“.

Persönlich sehe ich das so: Es ist eine Angewohnheit, den Weg vom Ziel her definieren zu wollen. Also: Wenn ich das Ziel kenne, macht mein Leben Sinn und ich kann es entsprechend gestalten. Was aber bleibt, wenn wir demütig werden vor dieser Frage nach dem Ziel? Wenn wir diese Frage einfach verlassen? Werde ich wirklich das Ziel des Lebens erfassen und in Stein meißeln können?

Wenn wir diese Frage etwas beiseite lassen, kommen wir zu einem anderen Thema: „Wie kann ich glücklich leben, zufrieden und gut und weiter wachsen auf meine Bestimmung hin?“ Und kann es sein, dass ich durch ein gelingendes Leben von alleine zu weiteren Erkenntnissen gelange oder sie mir geschenkt werden? Wir schauen also auf den Weg, nicht so sehr auf das Ziel, das wir mit tausend Fragen und tausend Antworten betrachten können. Wir vertrauen auf unserem Weg darauf, dass Antworten kommen werden…

Und wieder fällt mir die yogische Chakralehre ein als Anleitung zu einem guten Leben: Wir brauchen – nein, wir sind:

  • Sicherheit und Körperlichkeit (Muladhara)
  • Spiel und Lust (Svadhisthana)
  • Kraft (Manipura)
  • Herz (Anahatha)
  • Ausdruck (Vishuddha)
  • ein klarer Verstand (Ajna).

Wenn wir unser Leben ausgewogen gestalten, kommen diese sechs Themen bewusst vor und – so wird es gesagt – das siebte Chakra wird sich öffnen: Sahasrara, das „Kronenchakra“, das uns mit Höherem verbindet und vielleicht Antworten auf die oben behandelten Fragen gibt. Vielleicht lächeln wir dann… (Der lächelnde Buddha). Wenn wir Mängel in den sechs Chakras verspüren, können wir uns mit den entsprechenden Blockaden beschäftigen (Chakren-Blockaden: Die Auswirkungen auf Körper und Geist).

Zusammenfassend: Wir neigen dazu, uns mit Konzepten und Zielen des Lebens zu beschäftigen, dabei vergessen wir manchmal, unser Leben als aktuelle Aufgabe und Weg zu betrachten – wie das Pech-Mariechen im Märchen Frau Holle laufen wir an unseren Aufgaben vorbei. In der Chakralehre werden ganzheitlich wichtige Aspekte unseres Lebens genannt, die wir pflegen und in Einklang bringen dürfen, das wäre eine Lebenskunst („ars vivendi“). Wenn möglich, tun wir das nicht alleine… Und ja – die Chakralehre ist auch nur ein Konzept – für mich allerdings das schlüssigste, wenn es um die konkrete Lebensgestaltung geht.

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Yoga praktizieren – Pausen üben

Manchmal gehen wir mal schnell eine Runde Joggen, manchmal legen wir uns mal kurz hin, manchmal schalten wir Geräte ein um mal kurz abzuschalten, manchmal haben wir kurz Zeit für ein paar Seiten in einem Buch und manchmal geht’s kurz mal um den Block, zum Yogakurs oder kurz vor Ladenschluss in die Sauna…

Manchmal sind unsere Ausgleichsstrategien ebenso kurzatmig, wie unser Arbeitsleben: Gramm für Gramm legen wir Gewichte auf die eine oder andere Seite unserer „Work-Life-Balance“. Und manchmal bemerken wir, dass dieses alltägliche Ausgleichen eine durchaus anstrengende Routine geworden ist. Und weil auch unser Ausgleich auf unsere To-Do-Liste gerutscht ist, entsteht ein schlechtes Gewissen, wenn wir das nicht erfüllt haben…

Ein paar Ideen zum Thema Alltag und Yoga-Pause:

Alltag (außen)Yoga-Pause (innen)
Ich bewege mit von A nach B, um Dinge zu erledigen. Manchmal bewegen sich am Tag nur meine Finger auf der Tastatur des Computers.Ich bewege mich bewusst zwischen A und B: bewusst, achtsam, sinnvoll und gesund.
Ich bin mit Aufgaben beschäftigt, die an mich herangetragen werden.Ich gönne mir freie Zeit – ohne Ziel.
Meine Gedanken kreise um äußere Dinge: Job, Haushalt…Ich bin mit mir selbst in Kontakt und erlebe meine Gedanken bewusst.
Ich befinde mich im Autopilot-Modus.Ich weiß, was ich gerade tue und kann mich dafür oder dagegen entscheiden.
Ich verbrauche meine Kraft.Ich erlebe meine Kraft.
Ich muss etwas tun.Ich lasse mich beschenken.
Ich bin der Flut der Informationen ausgesetzt und komme ins Grübeln.Ich wähle die Quelle und den Inhalt meines Inputs bewusst.
Ich bin alleine zuständig.Ich gehe mit anderen mit.
Ich muss die Welt da draußen verändern.Ich öffne mich für die Inspiration als Quelle meines Wirkens – diesen Weg gehe ich nicht alleine.

Die „Yogische Pause“ kennt folgende drei Übungsschritte, denen evtl. die kraftvollen Zustände von Meditation (Dhyana) oder Glückseligkeit (Samadhi) folgen:

  1. (Intellekt): Ausrichtung/Reflexion/Zielsetzung/Sankalpa: Wie wollen wir mit uns und anderen umgehen (Yamas, Niyamas)? Wozu üben wir?
  2. (Körper): Körperübungen (Asanas) und Atemübungen (Pranayama)
  3. (Geist): Rückzug der Sinne (Pratyahara) und Konzentration (Dharana)

Viel Freude auf Deinem/unserem Weg!

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Über die Lehre der Leere

Als der Buddha nach seiner Erleuchtung gefragt wurde, was er gefunden hätte, antwortete er: „Frage nicht danach, was ich gefunden habe sondern frage, was ich verloren habe: Angst, Ego, Einsamkeit…“

(Gedächtniszitat)

Und es ist ja oft so, dass wir für Probleme die Lösungen suchen, für Streitereien einen Ansatz der Versöhnung, einen Weg zur Weisheit und Antworten auf unsere Fragen. Unser menschlicher Geist kann das gut und in den alltäglichen Dingen hilft uns seine Analyse oft auch weiter. Was für eine Erfindung: Der menschliche Geist!

Und wenn sich unser Geist mit Geschichten, Antworten und Lösungen füllt nennt er es „Identität“ oder „Persönlichkeit“. Aus Erfahrung wird gesagt, dass dies ein „Schleier“ sei, „Maya“, die sich stetig wiederhole und neue Erfahrungen nicht zulasse: Willkommen im Hamsterrad.

Wir alle kennen Momente der wunderbaren Selbstvergessenheit. Unser Kopf ist leer nach der Bergwanderung, beim Blick auf die Weite der Berge oder des Meeres… Eine erfüllende Leere, ein Gedanken-loses Sein im Moment. Ein Zustand der frei schwebenden, nicht gebundener Aufmerksamkeit, ein freies inneres Schwingen – dafür gibt es viele Begriffe. Nicht selten trägt uns eine gelungene Yogapraxis in diesen Zustand.

Und wenn wir diesen Zustand wieder verlassen, tauchen neue Inspirationen für unseren Alltag in uns auf – manchmal. Immer jedoch relativieren sich unsere alltäglichen Eindrücke und Erfahrungen. Was vorher noch eine brennende Frage auf Leben und Tod war, hat nun einen Platz im Ganzen gefunden.: „Gelassenheit“ beschreibt es ganz gut.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, immer wieder „leer“ werden zu können. Nur dann kommt die Klangschale zu ihrem vollen Klang, wenn sie nicht gefüllt ist…

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Dazwischen…

Zwischen Schlafen und Wachen, zwischen Gestern und Heute, zwischen den Jahren, zwischen dem Ein- und Ausatmen, zwischen dem „Ja“ und dem „Nein“ – dort findet unser Leben statt. Auf der Gradwanderung, zwischen dem Abgrund links und dem Abgrund rechts liegt unser Weg – klar und fest und deutlich. Und – Gottseidank – haben wir selten einen Abgrund links oder rechts (;-).

Mehr möchte ich gar nicht dazu schreiben… Nur eine Anregung.

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Die Gnade der Emotionen

Wir alle kennen viele segensreiche Erkenntnisse der Psychologie zum Thema Gefühl – Gedanken – Tat. Aus einem Gefühl entstehen Gedanken und es folgen Taten. Menschen, die auf der Suche sind nach alternativen Reaktionsmustern auf bestimmte Situationen, finden hier tolle Begleitung. (Mal privat: Wer sucht denn nicht nach „alternativen Mustern“ für bestimmte Situationen?)

Ishanath spricht hier sehr eindrücklich in der Sprache der Yogis über dieses Thema: Du „bist“ nicht deine Gefühle, sondern du „hast“ sie. Und sie möchten dir etwas mitteilen.

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„Wie kann ich in dieser Welt glücklich sein?“

Ich bin sehr dankbar für diese Frage, die mich daran erinnert, dass ich sie selbst habe: Um mich herum: Krieg, Hungersnot, Gewalt vor und hinter der Haustür, Ausgrenzung, Umgang mit der Natur, Unvernunft, erlebte Traumata, Mitmenschen, die sich selbst schaden, Ideologien und Theorien, die jeder Vernunft widersprechen… Wenn wir genau hinschauen, könnten wir das Lied singen „Wie soll ein Mensch das ertragen“?

Das Leben um uns herum läuft nicht so, wie es laufen sollte und wie kann ich auf dieser Welt glücklich sein und: darf ich das überhaupt? Ist es überhaupt vertretbar, auf dieser Welt mit all ihren Problemen Glück zu erfahren? Und wieso grüble ich eigentlich so sehr darüber nach, obwohl ich weiß, dass ich keine Lösungen finden werde.

Ein paar Gedanken – hoffentlich inspirierende Gedanken – dazu.

Die erste wichtige Nachricht: Es ist gut, wenn du dir Gedanken machst – wir Menschen haben einen Verstand und es wäre Verschwendung, ihn nicht zu nutzen. Gedankenlosigkeit ist ja auch keine schöne oder würdige Option. Wenn aber Grübeln entsteht und daraus eigenes Unglück, ist es etwas viel… Es ist sehr bedeutsam, wenn du bemerkst, dass da etwas nicht positiv für dich läuft. Und letztlich geht es um die Frage, was kannst du in dir selbst verändern – wenn du schon die Welt um dich herum nicht erlösen kannst? Wie kommst du vom Mit-Leiden ins Mit-Gefühl?

Suchen wir nach Ansätzen in den Yamas und Niyamas – da Yoga des Nachdenkens ist Jana-Yoga. Danach schauen wir in die Yogapraxis – was kann ich üben? Ein wichtiges Thema, an dem wir die ganze Kunst des Yoga einmal anwenden können:

  • Ahimsa und Brahmacharya – Gewaltlosigkeit und Enthaltsamkeit: Wenn du zu viel Gewalt in Form von Nachrichtensendungen etc. konsumierst, wirst du erleben, dass das Spannungen in dir erzeugt. Ebenso geschieht das, wenn du selbst in deinem Geiste immer wieder in diese Themen gehst und diese Gewalt psychisch in dir aufbaust. Du erzeugst selbst ein Samskara (einen Eindruck) von Gewalt in dir, den du vielleicht nicht mehr gut „verdauen“ kannst. Gewaltlosigkeit auch für sich selbst ist ein wichtiger Tipp und Enthaltsamkeit auch. Niemand hat etwas davon, wenn du darunter leidest.
  • Satya und Swadhyaya – Wahrhaftigkeit und Studium alter Schriften (nicht Tick-Tock (:-): Wenn du genau hinsiehst, wirst du erkennen, dass die Welt auch ganz tolle Seiten hat und viele tolle Menschen um dich herum da sind. Irgendetwas sorgt dafür, dass du dich auf die Schattenseiten konzentrierst. Die alten Schriften sagen, dass deine Wahrnehmung der Welt ein direkter Blick in dein „Karma“ ist: Dein eigenes Gefühl von Gewalt, erlittener Gewalt, zieht dich in dieses Thema und weckt ein eigenes Leiden, das du in den vielen Inkarnationen vorher oder vor ein paar Jahren erlebt hast. Darin steckt deine Möglichkeit, dich davon zu befreien. Es geht dabei weniger um die Tatsachen da draußen oder um deine eigene Geschichte – es geht um das Gefühl, das wie ein Magnet wirkt. (Wir wissen, dass „Geschichten“ und Gefühle im Hirn an zwei verschiedenen Stellen gespeichert werden…) Und wenn andere Menschen in dieses Thema der Gewalt hineingehen, so ist es deren Karma, deren Magnet. Du kannst sie inspirieren und ein Beispiel sein – nur von wenigen Gurus wird berichtet, dass sie das Karma anderer Menschen „verbrennen“ können.
  • Ishwaraprandidhana – Gottvertrauen: Mit Gottvertrauen kannst du das Übel der Welt in Gottes oder in höhere Hände legen. Mit den alten Schriften kannst du davon ausgehen, dass der Kosmos und das Leben und die Menscheit in einem langen Prozess der Entwicklung sich befinden. Der geistige Zustand der Menschen wird sich weiterentwickeln in einem eigenen Tempo. Und irgendwann werden sie damit aufhören, Leid zu erzeugen für sich und für andere.
  • Santosha – Zufriedenheit: Wenn du dir immer wieder in Erinnerung rufst, wofür du dankbar sein kannst, wird sich ein Gefühl von Zufriedenheit entwickeln.
  • Tapas – Askese oder Bemühen, Feuer: Wenn du dich aus dem Zustand des Mitleidens befreien möchtest, braucht es etwas Bemühen und Üben. Dein Geist geht gerne in diese Themen hinein und mit etwas „Feuer“ kannst du neue Muster erzeugen. Dazu braucht es eine gesunde Portion „spirituellen Egoismus“, der dir die Erlaubnis gibt, unabhängig von äußeren Situationen und Meinungen zu üben.

Zur Frage „Wie kann ich in dieser Welt glücklich sein“ haben wir die ersten beiden Stufen des Yoga genommen: Yamas und Niyamas. Kommen wir zu den verbleibenden 6 Stufen – ganz kurz, weil du diese Praxis eigentlich schon kennst:

  • (3) Asanas – Körperübungen: Wir wissen genau, dass körperliche Übungen nicht nur fitter, beweglicher und physisch gesund machen können – wir wissen auch, dass Stress körperlich gespeichert wird und durch Übungen abgebaut werden können. Anfangs scheinen die Übungen eher (positiven) Stress zu erzeugen – das gibt sich…
  • (4) Pranayama – Energieübungen: Mit den Atemübungen führen wir neue Energie in Form von Sauerstoff in unser System, Verbrauchtes wird ausgeschieden. Anfangs kann die Atemarbeit eher mühsam erscheinen.
  • (5) Pratyahara – Rückzug der Sinne: Mit der Fähigkeit, die Außen- und die eigene Gedankenwelt einmal loszulassen, ermöglichen wir weitere Entwicklungen in uns. Anfangs begegnen wir erst einmal unserer inneren Gefühls- und Gedankenwelt und wir lernen, dorthin keine Aufmerksamkeit mehr zu schicken.
  • (6) Dharana – Konzentration: Mit der Fähigkeit, uns auf eine (!) gute Sache, auf ein Gedanken oder auf ein Mantra zu konzentrieren zähmen wir unseren Geist, der im Alltag oft mit uns spazieren geht („Affengeist“). Wir kennen den Zustand, in dem wir vollkommen absorbiert sind von unserer Beschäftigung – wir nennen das „flow“. Im Laufe der Zeit lernen wir, diesen Zustand immer wieder zu erreichen und ihn zu halten. Es gibt viele Mantras zu unserem Thema, vielleicht fällt dir auch ein eigenes ein?
  • (7) Dhyana – Zustand der Meditation: Halten wir die Konzentration, verschwindet unser „Ich“ und das Bewusstsein verbindet sich mit dem Inhalt der Konzentration. Dhyana können wir nicht üben oder erzwingen – wir können aber alles vorbereiten, damit Dhyana sich einstellen kann.
  • (8) Samadhi – Erkenntnis, Einheitserfahrung: Am Ende der Übungen können wir den Zustand von Samadhi erreichen: Wir sind mit allem verbunden. Auf verschiedenen Stufen reifen Erkenntnisse und Wahrheiten jenseits unseres Intellekts und jenseits unseres begrenzten Wissens.

„Wie kann ich in dieser Welt glücklich sein?“ Zu dieser Frage haben wir den 8-fachen Yogaweg befragt und zuletzt die Köper- und geistigen Übungen betrachtet. Mit der Beschäftigung mit den Yamas und Niyamas konnten wir vielleicht einige tiefe erlernte Überzeugungen korrigieren: Dein Streben nach Glück und Zufriedenheit ist ein wichtiger Beitrag in dieser – manchmal verrückt erscheinenden – Welt; in welcher Welt auch sonst. Es ist vollkommen okay, den Zustand der Welt und der Menschen für verrückt zu erklären und sich selbst hinaus zu ziehen. Du darfst deine innere Reise beginnen oder fortsetzen mit großem Vertrauen: „The way out is the way in.“

Vielleicht noch eine sprachliche Korrektur – ersetzen wir mal das „aber“ durch ein „und“:

  • Ich könnte glücklich sein, aber da ist so viel Leiden auf der Welt.
  • Ich kann glücklich sein und da ist so viel Leiden auf der Welt.

OmShanti

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Nada Brama – vom Klang zur Schöpfung

Yoga heißt „Einheit“, „Verbundenheit“.

Wenn wir „Einheit“ suchen, werden wir irgendwann Grenzen hinwegnehmen und auflösen: Eine Grenze schafft Zweiheit, viele Grenzen schaffen Vielheit. Grenzen auflösen schafft Verbundenheit und Einheit.

Während unsere Welt versucht, mit vielen Grenzen positiv klarzukommen (Pluralismus, Multikulti, Vielfalt, Toleranz…) erzeugen wir im Yoga keine Grenzen und Begrenzungen, die erschaffen wurden, um sie dann mühsam zu überwinden. Über körperliche und geistige Grenzen (Begrenzungen) hinweg, jenseits von Gattung, Art, Geschlecht, Geschichte, Sozialisation, Status oder Verdienst grüßen wir uns mit dem „Namasté“. Uns selbst, unsere Mitmenschen, Mitgeschöpfe und Natur… Ein bedeutender Schritt hinaus aus Personalität und Individualität – ein schwieriger Schritt für uns Menschen im Jahre 2021 im Framework unserer europäischen Kulturgeschichte.

Auf der einen Seite zementieren Menschen aktuell Grenzen und verteidigen sie radikal um ihr „Ich“ aufrecht zu erhalten, als ginge es Leben und Tod (mag sich wirklich so anfühlen). Auf der anderen Seite spüren Menschen, dass die Schubladen nicht passen – eine spannende Zeit. Ich wünsche uns, dass schon bald Nationalität, Geschlecht, Religion… keine Unterschiede mehr machen (die dann eben mühsam wieder bearbeitet werden). Ich höre auch die Menschen, die darin den Untergang einer „natürlichen Ordnung“ befürchten.

Unser Intellekt untersucht, unterscheidet, zerschneidet und begrenzt auf der Grundlage limitierter Informationen und schafft daraus ein Gefühl oder Konzept von Individualität und Identität – das ist nur eine Möglichkeit unserer Intelligenz.

Wir können uns auch verbinden mit einer nicht-diskriminierenden (unterscheidenden) Intelligenz, die die Grenzen unseres Intellekts, unserer begrenzten Informationen und unserer kleinen Identität hinwegfegt.

Diese Intelligenz ist der Ursprung der Schöpfung selbst. „“Am Anfang war das Wort…“, „Nada Brahma – alles ist Klang“ und Wissenschaftler sagen „alles ist Energie und Schwingung“. Das „Nada-Yoga“ ist ein ganz spannender Weg in diese Richtung.

Also kein „am Anfang gab es einen Knall“, sondern ein „von Beginn an bis jetzt gibt es eine Kraft/Schwingung“, die in dieser Zeit dieses hervorbringt.

Ich bin Sadhguru sehr dankbar für den Vortrag, der folgend verlinkt ist und mythologisch diese Zusammenhänge erzählt.

Zuvor noch ein Link zu Joachim-Enst Berendt; mit seinem „Nada Brahma“ meine erste Spur zu diesem Thema.